22.07.2019 19:03 Uhr
Gameplay im Fokus

FIFA 20: Im Zeichen der Authentizität

von Niklas Aßfalg

FIFA 20
Foto: EA Sports
Foto: EA Sports
Häppchenweise verteilt EA Sports über den Sommer stetig neue Informationen zu FIFA 20. Diese Woche im Fokus: Gameplay.

Während zuletzt eher die Rahmenbedingungen im Vordergrund standen, ergänzen die kürzlich veröffentlichten Pitch Notes den Brotkrumenweg um einige Neuerungen hinsichtlich des Gameplays. EA scheint sich im Vorfeld des Releases vorrangig der Transparenz gegenüber seinen Fans verschrieben zu haben. In den Pitch Notes greifen die Entwickler die häufigsten Fragen und Wünsche zu den Elementen Abschlusstiming, Torhüterbewegungen und aneinandergereihte Spezialbewegungen auf. Dies soll nur den Auftakt zu einer Reihe von Ankündigungen darstellen: Im weiteren Verlauf des Julis und des Augusts wird EA auch auf den Karrieremodus, den Pro Club, den Ultimate Team-Modus und VOLTA näher eingehen.

Der Abschluss wird realistischer – aber nicht einfacher 

Mit der Einführung des Abschlusstimings in FIFA 19 sollte der Schussmechanik „mehr Tiefe“ verliehen werden, die besten Spieler sollten von guten Vertretern ihrer Zunft abgehoben werden. Im Sinne dieser Zielsetzung wird das Feature nun im neuen Ableger verfeinert. Die erhobenen Daten zeigen: Wer das Abschlusstiming trainiert, erzielt bessere Schussquoten. Eine Garantie für den Torerfolg stellt die Mechanik dennoch nicht dar, der Einsatz sollte in den individuellen Situationen vom Spieler abgewogen werden. Spezielle Positionierungen und Schusskontexte, die noch in FIFA 19 zu unrealistischen Erfolgsquoten führten, will EA in Zukunft minimieren.  

Ein präziser Einsatz des Abschlusstimings soll die Fehleranfälligkeit verringern, eine mangelhafte Schusswahl aber nicht ausgleichen. Der individuelle Skill wird über Traumtor oder Stadiondach entscheiden, keine Ungenauigkeit in der technischen Ausbalancierung. Abschlüssen aus spitzen Winkeln oder weiten Entfernungen soll keine unrealistische Erfolgschance eingeräumt werden. Grünes Timing sorgt auch weiterhin für zufriedenstellendere Schüsse, aber auch für weniger Frust beim Gegenspieler. Das perfekte Timing soll außerdem schwerer zu erreichen sein. Wer vollständig auf die Mechanik verzichten möchte, dem steht auch diese Option weiterhin offen.

„Antizipations“-Bewegungen bereichern das Torhüterspiel

Nicht nur in vorderster Reihe, sondern auch zwischen den Pfosten steht der Aspekt der Authentizität im Mittelpunkt des Fortschritts. Wie auf dem realen Rasen sollen die Torhüter ebenso in der digitalen Version zukünftig die Flugbahn des Balles antizipieren. Die Torhüterbewegungen werden in FIFA 20 daher verlangsamt, maximal ein oder zwei Schritte sollen die Keeper in die prognostizierte Richtung unternehmen können. Mit den „Antizipations“-Bewegungen steigt außerdem das Risiko, in die völlig falsche Ecke zu hechten. Auch die Reaktionszeit ist begrenzt: Hat sich der Schütze einmal festgelegt, lässt sich die Bewegung des manuellen Torhüters nicht mehr verändern. 

Besonderen Wert auf das Feedback der Community legt EA bei der Weiterentwicklung der aneinandergereihten Spezialbewegungen. Sowohl Angreifer als auch Verteidiger sollen ein nachvollziehbares Spielerlebnis vermittelt bekommen, die bisherige Herangehensweise erscheint selbst den Entwicklern zu realitätsfern. Aneinandergereihte Spezialbewegungen „bilden den echten Fußball nicht authentisch ab“, heißt es. Wie die Mechanik mit der Realität nun genau in Einklang gebracht werden soll, wird vorerst nicht verraten. Weitere Informationen sollen aber in Kürze folgen. 

Sachverstand könnte Trumpf werden

Im Zuge der Pitch Notes veröffentlichte EA zusätzlich einige Teaser-Clips, die vor allem Sachverständigen des Ballsports Appetit machen dürften. Die neue Physik soll den Spielern erlauben, das Geschehen anhand der gegnerischen Bewegungsabläufe vorherzusehen. Wer den Fußball versteht, wird auch das Spiel besser lesen können. Timing und Präzision werden sowohl im Dribbling als auch im Tackling stärker belohnt werden. Die neuen Features sollen Realismus, Intelligenz und Emotion ins Spiel bringen. 

Die Ankündigungen fallen – wie in beinahe jedem Jahr – vielversprechend aus. EA betonte allerdings ausdrücklich den Wunsch der gemeinsamen Optimierung auch über den Launch hinaus. Versprechen gaben die Entwickler keine ab, die Ausblicke seien als Intentionen zu verstehen. Die Fans sollen ein aktiver Part der stetigen Verbesserung bleiben, EA werde auch nach der Veröffentlichung auf ihre Kritiken und Erfahrungsberichte eingehen. Trotz aller Zuversicht und Vorfreude setzen sich die Entwickler einigen Spielraum für geplante nachträgliche Anpassungen. Ein vernünftiger Ansatz – angesichts der traditionell hohen Erwartungshaltung.