09.08.2019 11:49 Uhr
Der neue Karrieremodus im Überblick

FIFA 20: Man kann nicht nicht kommunizieren

von Niklas Aßfalg

Specials FIFA 20
Foto: EA Sports
Foto: EA Sports
Im Rahmen der Ankündigungen zu FIFA 20 wirft EA Sports nun auch Licht auf den Karrieremodus im neuen Ableger.

Wie schon den Pitch Notes zum Gameplay und zum FUT-Modus zu entnehmen war, setzt das Entwicklerstudio auch für den Karrieremodus des neuen Teils auf Authentizität und erweiterte Tiefe im Spielerlebnis. Dank der Rücksichtnahme auf das Feedback der Community sollen die Fans in diesem Jahr mehr Auswahlmöglichkeiten denn je erhalten. Der großen Menge an im Verlauf einer Saison generierten Daten wird hauptsächlich durch Kommunikation Rechnung getragen. In den Pressekonferenzen und den Konversationen mit den Spielern sollen die Geschichten, die auf dem Rasen entstehen, verarbeitet und weitergesponnen werden. Der Ausgang jedes einzelnen Spiels verändert die Storyline sowie die Einstellung der Journalisten, die anschließenden Worte sollten dementsprechend wohl durchdacht sein.  

Die kreierten Tools und die damit einhergehende Logik hinter den Geschichten seien "brandneues Territorium" für den Karrieremodus. Die Pressekonferenzen vor sowie nach den Spielen bilden die grundlegende Triebfeder des Geschehens. Der Manager stellt sich den Fragen der Reporter und bestimmt durch die Antworten seine ganz eigene Karriere-Erfahrung. Doch nicht nur die Presse hat Gesprächsbedarf, auch mit den Spielern steht der sportliche Verantwortliche in ständigem Kontakt – sei es in persönlichen Vieraugengesprächen oder mithilfe einer Messaging-App wie Interface. Durch die Interaktion mit der wissbegierigen KI lenkt der Manager die Moral seiner Mannschaft sowie sein Standing in der Öffentlichkeit. Frei nach Paul Watzlawicks zentralem Axiom: Man kann in FIFA 20 nicht nicht kommunizieren. 

Moral auf dem Platz – Mode vor den Kameras

 

Wirkliche Relevanz erlangt die viele Kommunikation dank des neuen Spielermoral-Systems. Die Einstellung der Profis wird durch eine Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst: Neben den getätigten Aussagen in den Pressekonferenzen und Spielergesprächen sind selbstverständlich auch die individuelle Einsatzzeit, der Erfolg der Mannschaft und die Erwartungshaltung ausschlaggebend. Strotzt ein Spieler nur so vor Selbstvertrauen, steigen die Werte seiner Attribute. Fühlt er sich dagegen wie das zwölfte Rad am Wagen, wirkt sich das negativ auf seine Leistungsfähigkeit aus. Ihre ganz individuelle Herangehensweise können die Fans allerdings nicht nur bei der Verwaltung des Emotionshaushalts ihrer Profis beweisen, sondern auch und vor allem in Sachen optische Außendarstellung. 

EA hat die Tools zur Gestaltung der eigenen Figur verfeinert, um eine tiefergehende Individualisierung zu ermöglichen. Die limitierten Anpassungsoptionen der Vorgängerteile gehören somit der Vergangenheit an. Der neue Karrieremodus birgt die Möglichkeit, den Avatar komplett an den eigenen Stil anzupassen – inklusive der entsprechenden Reaktion seiner Umwelt. Das Outfit kann neuerdings zu jedem Zeitpunkt während der Saison gewechselt werden, dem Spieler wird eine große Auswahl an Klamotten sowie Accessoires zur Verfügung gestellt. Das Angebot reicht dabei von "formellen Anzügen bis hin zu smart-casual Varianten" – wie das im Detail aussehen wird, bleibt abzuwarten. Außerdem können sich die Spieler erstmals dafür entscheiden, die sportlichen Geschicke des Vereins als Frau zu leiten.

EA lässt Karriere-Fans hoffen


Die große Fußballkunst alleine reicht nicht, sie muss auch dokumentiert sein: Mithilfe von "Live News Screenshots" sollen die Schlüsselmomente der Partien festgehalten und in Nachrichtenform verarbeitet werden. Die Höhepunkte einer Karriere können somit im Rahmen der Storyline konserviert werden. Des Weiteren ist EA auf die Kritik der Community eingegangen und führt das dynamische Spielerpotenzial ein, das sich den gezeigten Leistungen anpasst. Liefert ein Jungprofi in seiner Debütsaison überdurchschnittlich ab, steigt auch das Entwicklungspotenzial für die kommende Spielzeit. Sitzt ein ewiges Talent bereits das dritte Jahr in Folge fast durchgängig auf der Bank, sind in Zukunft auch keine hohen Sprünge mehr zu erwarten. Somit erhält der Manager größeren Einfluss auf die Entwicklung seiner Schützlinge. 

Neben all dieser Neuerungen hat EA natürlich auch an den üblichen Stellschrauben gedreht und Unausgewogenheiten in der Balancierung, Sperrigkeiten im Transfersystem sowie unübersichtliche Menüs ausgebessert. Seit Jahren monieren die Fans die Stagnation des Karrieremodus und wünschen sich signifikante Entwicklungsschritte, mit FIFA 20 könnten sie erhört werden. Selbstbestimmung scheint das große Schlagwort im Brainstorming-Prozess der Entwickler gewesen zu sein, eine hohe Möglichkeit zur bewussten Beeinflussung der eigenen Laufbahn soll daraus erfolgen. Enthusiasten des virtuellen Manager-Daseins dürfen dem Release gespannt und durchaus zuversichtlich entgegenblicken.